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Das Schwierigste

Ein pensionierter ETH Professor vom Genfersee rief uns an: Er habe grösste Schwierigkeiten mit dem Verkauf seines elterlichen Anwesens in Küsnacht. Wir seien ihm von einem Freund an der Goldküste als „taff“ empfohlen worden. Und das war auch nötig! Die Gemeinde Küsnacht und wir waren auf derselben Seite. Die Denkmalpflege wollte unbedingt alles auf Kosten des Steuerzahlers schützen und renovieren. Ein Antrag an die Gemeindeversammlung Küsnacht, die Objekte durch die Gemeinde zu kaufen, scheiterte erwartungsgemäss. Die Nachbarn in den Reihenhäusern machten pro Denkmalschutz mobil und Einsprache. Erstaunlich war dann die Haltung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich. Es entschied nämlich, dass  ohne Unterschutzstellung der Objekte die „schutzwürdigen“ Rechte der Nachbarn gemäss § 338 a. Planungs- und Baugesetz (PBG) des Kantons Zürich „berührt“ sein könnten, wenn der Denkmalschutz unterbliebe. Das war natürlich blanker Unsinn, denn es handelte sich in keiner Weise um ein anstehendes Bauprojekt, wofür das PGB geschaffen wurde. Aber der alte Herr wollte nicht länger streiten, zumal ein Käufer auftrat, der das Ganze mit allen Auflagen übernahm, wenn auch rund CHF 800,000 unter dem Schätzwert, wobei der Gesamterlös die Erwartungen des Eigentümers immer noch bei weitem übertroffen hatte.

Lehre daraus: Wenn Denkmalschutzverdacht besteht, rechtzeitig handeln und räumen, bevor die „Schützer“ im Haus sind. Ansonsten kostet es Zeit, Geld und Nerven.